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Tipp Loks einmessen
Hier geht es nicht nur um das Fahren mit angemessener Geschwindigkeit, sondern vor Allem auch um das zentimetergenaue Bremsen. Dazu ist für jede Lok eine Geschwindigkeitstabelle zu erstellen.
Die Geschwindigkeitstabelle wird für zwei Aufgaben verwendet:
Hinweis:Eine nicht ermittelte Geschwindigkeitstabelle fällt beim Fahren kaum auf, sondern macht sich in erster Linie durch falsche Bremswege bemerkbar! Damit bei allen Fahrstufen die zurückgelegten Wegstrecken bekannt sind, ist die Erstellung einer Geschwindigkeitstabelle zwingend erforderlich. Man sagt, die Lok muss "eingemessen" werden. Die Messstrecke:Richten Sie sich eine Messstrecke ein, wie sie im Handbuch beschrieben ist. Sie sollte folgende Eigenschaften haben:
![]() Geschwindigkeitstabelle erstellen:
Warnung:Nun dürfen Sie die Einstellungen im Lokdecoder nicht mehr verändern! Tun Sie es doch, stimmt die Geschwindigkeitstabelle nicht mehr und die Messfahrten müssen wiederholt werden. Jetzt geht es los:
Tipp:Haftreifen verhindern manchmal den guten Kontakt zu den Schienen. Wenn die erste und/oder letzte Achse einer Lok mit Haftreifen bestückt ist, kann das zum vorzeitigen Abbruch der Messfahrten führen. Dann sollte man einen Wagen vor bzw. hinter die Lok hängen, damit exakte Kontakte gegeben werden, bei RM per Strommessung Wagen natürlich mit Verbraucher. Mit ein wenig Übung dauert das einmessen einer Lok nicht mehr als 10 Minuten. Die meiste Zeit können Sie sich anderen Aufgaben widmen... Beispiele für eine optimal eingemessene Lok: ![]() Die folgende Lok ist zwar eingemessen, wird aber nur einen Teil der möglichen Fahrstufen benutzen, da die gewünschte Höchstgeschwindigkeit recht früh erreicht wird. ![]() Der Dialog für die Grobmessungen: ![]() Dies ist die Karteikarte mit allen Funktionen zum einmessen einer Lok: ![]() Lokdecoder ohne Lastregelung sind eher ungeeignet. Sie lassen sich per Software nur schwer kontrollieren. Der Decoder gibt dem Motor lediglich eine (von der Fahrstufe abhängige) feste Teilspannung der zur Verfügung stehenden Gleisspannung. Ihr wirkliches Fahrverhalten hängt von folgenden Faktoren ab:
Tipp:Kommen Sie jetzt nicht auf die Idee, an diesen Auswirkungen herumzulaborieren oder vielleicht gar spannungsgeregelte Booster zu kaufen. Das ist Unsinn, weil neue lastgeregelte Decoder weniger kosten als alle Zeit, Mühe und finanzielle Investionen in andere Lösungen! Massensimulation ist einfacher. Am einfachsten überlässt man das Beschleunigen und Bremsen einer Lok Railware. Dazu ist die Einstellung "Massensimulation" zu aktivieren. Erst nach langer Betriebserfahrung sollte man davon abweichen. Ermitteln der Bresmwegkorrektur bei Massensimulation wichtig Auch der Bremsweg (hier ist nicht der angegebene Weg im Zuganzeiger gemeint, sondern der tatsächliche Weg der Lok) muss ermittelt werden. Meist fahren die Loks wesentlich weiter, als durch den Bremsweg unter Berücksichtigung der Geschwindigkeitstabelle vorgegeben und durch Railware dann berechnet. Grund hierfür sind Schwungmassen-, Motor- und Getriebeverhalten sowie Masse des Zuges. Damit der Bremsweg der Lok stimmt, muss die Bremswegkorrektur (Lokdatenbank Karte Bremsen) auf in der Regel einen positiven Wert eingestellt werden. Die Werte der Bremswegkorrektur liegen in der RW Version 5 zwischen 0 und 20 %, sind also wesentlich kleiner als in der RW Version 4. ![]() Bei der Ermittlung des Korrekturwertes sollte die Geschwindigkeit beim Bremsen gefahren werden, die üblicherweise auf der Anlage gilt. Eine Schwungmasse wirkt sich bei 100 km/h höher aus als bei 30 km/h. Sollten Loks zu weit fahren, fangen Sie nicht an, Bremswege zu verändern. Diese Veränderung gilt dann für alle Züge. Das wollen Sie gar nicht. Ändern Sie nur den Wert für die einzelne Lok. Wie ermitteln Sie nun praktisch diesen Wert: Sperren Sie ein Signal auf Ihrer Anlage. Fahren Sie den Zug mindestens zwei Zuganzeiger zurück, so dass der Zug bis zum Bremszuganzeiger seine volle Geschwindigkeit hat, die Sie üblicherweise nutzen wollen. Messen Sie die Wegstrecke des Bremsweges aus und markieren Sie den Endpunkt. Nun fahren Sie den Zug (in diesem Fall ohne Waggons) ab. Fährt er zu weit, den Bresmwegkorrekturwert in Richtung positiv erhöhen. Fährt er zu kurz umgekehrt. Jetzt können Sie die Lok vor jeden Zug hängen. Sollten Sie viele Waggons nutzen wollen bzw. haben Sie viele Stromaufnahmen im Zug, bitte mit dem Zug nochmals den Wert kontrollieren, da die Lok ggf. plötzlich zu kurz fahren könnte. Bitte beachten Sie das Geschwindigkeitskurve und Bremskorrekturwert sich verändern können, weil sich in der Lok in der Lebensleistung etwas verändert. Mit dem bloßen Auge muss man nicht erkennen, dass eine Lok in bestimmten Fahrstufen plötzlich Ausreißer in der Kurve hat. Daher bitte regelmäßig die Geschwindigkeitskurve und den Korrekturwert zum Bremsen kontrollieren, gerade wenn Sie der Meinung sind, etwas stimmt nicht mehr. Achten Sie auch darauf, dass manchmal der Fehler nur in einer Richtung auftritt. Murphys-Gesetz: Natürlich in der Gegenrichtung, wie Sie üblicherweise einmessen. Vermeiden Sie unpassende Wertekombinationen. Eine Geschwindigkeit von 100 km/h und ein Bremsweg kleiner als 1 Meter sind für eine H0 Lok einfach Unsinn. Die Lok wird abhängig vom Rollverhalten und der Reaktionszeit des Digitalsystems meist zu weit rollen. Wenn Sie in dieser Situation dann die Bremswegkorrektur anpassen würden, geht gar nichts mehr: denn nun werden alle brauchbaren normalen und längeren Bremswege zu kurz gefahren. Untere Fahrstufen werden nicht gemessen. Dies hat Auswirkungen beim punktgenauen Anhalten von Zügen bei niedrigen Geschwindigkeiten. Diese unteren Fahrstufen werden aus der ersten Messfahrt (Fahrstufe 4 bzw. 8) errechnet, da die Lok sonst sehr lange über die Messstrecke kriechen würde und viel Zeit kosten würde. Ausserdem bestünde die Gefahr des Stehenbleibens, was einen Neustart der Messungen erforderlich machen würde. Perfektionisten prüfen vor dem einmessen, ob sich eine Lok bei den Fahrstufen 1 oder 2 überhaupt bewegt und stellen den Lokdecoder auf eine möglichst niedrige Anfahrspannung. Alternativ kann man auch die ersten 1 bis 3 Reiter der Geschwindigkeitstabelle manuell nach unten korrigieren, falls sich die Lok bei diesen Stufen noch nicht bewegt. Alle Loks einmessen! Messen Sie bitte auch Loks gleichen Typs, Baureihe und Hersteller immer einzeln ein! Trotz gleicher Bauart und Lokdecoder fährt jede Lok unterschiedlich. Vergessen Sie bitte nie: eine Modellbahnlokomotive und ihre Elektronik sind ein technisches Spielzeug und besitzen nicht die Präzision professioneller Technik.
Zu dieser Seite haben beigesteuert: Dieter Hinz |